Letzte Änderung: 16.11.2021

Impfen gegen COVID-19

Ein paar Gedanken zu einem sehr speziellen Thema

 

Die Fakten:

1. Die Impfstoffe wirken im hohen Maße (bis zu ca. 95%).
2. Es gibt sogenannte Impfdurchbrüche, also Infektionen trotz Impfung
3. Es gibt Impfreaktionen und -nebenwirkungen, die von harmlosen Schmerzen an der Einstichstelle bis zu tödlichen Komplikationen reichen.
4. Die Wirkung der Impfung lässt bei allen Impfstoffen innerhalb weniger Monate nach.
4. Das Risiko schwerer und tödlicher Verläufe von COVD-19 wird durch das Impfen signifikant gesenkt.
5. Das Risiko eines schweren Verlaufes ist für die meisten Bevölkerungsgruppen viel größer als das von schweren Nebenwirkungen von Impfungen.
6. Für die Gesamtheit der Bewohner*innen Deutschlands wäre es von Vorteil, wenn alle geimpft wären.
7. Es besteht keine Impfpflicht, aber es sind bereits jetzt Maßnahmen getroffen, die die Gleichstellung von Geimpften zu Nichtgeimpften vernichtet.

Folgerungen und Überlegungen zur Faktenlage:

Wir haben (fast) alle sehnsüchtig auf die Impfstoffe gewartet und in den ersten Wochen gab es deutlich weniger Impfstoff als Impfwillige. Dies hat sich - wie zu erwarten war - im Laufe des Sommers gedreht. Nun steht Impfstoff ausreichend zur Verfügung, ja er muss sogar (weil ihn die Hersteller nicht zum Weiterschenken freigeben) vernichtet werden.  Die nötige Impfquote um das Virus entscheidend einzudämmen ist bei weitem noch nicht erreicht. Das liegt daran, dass der Impfstoff teilweise seine Wirkung verliert und diese durch sogenannte Booster-Impfungen wieder aufgefrischt werden muss, aber auch daran, dass die Impfung zwar einen hohen Schutz vor schweren Verläufen schenkt, nicht aber die Weiterverbreitung des Virus' unterbindet. Der bekannte Virologe Christian Drosten der im August noch Auffrischungsimpfungen für die meisten für unnötig hielt: "Die Schutzwirkung der Corona-Vakzinen ist viel besser als beispielsweise bei den Influenza-Impfstoffen“. (1) sagt jetzt: "Wir haben eine Pandemie, zu der alle beitragen - auch die Geimpften, wenn auch etwas weniger. [...] Was man jetzt noch machen könnte, wäre, mit grossem Elan eine Booster-Aktion durchzuführen, eine Kampagne für Drittimpfungen bei allen, die jetzt schon geimpft sind, beginnend bei den Alten. Damit würde man wahrscheinlich zumindest für die Dauer des Winters den Herdenschutz gewährleisten.“ (2)

Es besteht keine Impfpflicht und eine solche wäre auch rechtlich schwer durchsetzbar, entsprechende Gesetze würden sofort angefochten werden - mit großer Aussicht auf Erfolg.
Aber gibt es eine moralische Verpflichtung sich impfen zu lassen, auch wenn man für sich selbst zu dem Schluss gekommen ist, dass das individuelle Risiko den individuellen Nutzen übersteigt?
Dass dies objektiv der Fall sein kann, halte ich zwar für höchst unwahrscheinlich, denn ein Immunsystem, das so stark ist, dass es SARS-CoV2 abwehren kann - was eine Impfung unnötig machen würde - wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch mit ein wenig Impfstoff leicht klar kommen. Und viele von Hardcore-Impfgegnern vorgetragene "Horror-Argumente" gehören eher in den Bereich der Märchen oder Fantasy-Literatur. Dennoch sollten wir Menschen, die sich sorgen und diese Vorbehalte öffentlich artikulieren (Beispiele: Joshua Kimmich, Sarah Wagenknecht) dafür nicht an den Pranger stellen.
Selbst das Robert-Koch-Institut schreibt in seinem "Impfbuch für alle" auf Seite 37:
"Spätfolgen - Noch länger dauert die Beobachtung möglicher Spätfolgen. Denn natürlich kann man bei einer Impfung, die erst seit ein paar Monaten verabreicht wird, noch nicht wissen, ob und welche Spätfolgen nach ein paar Jahren auftauchen.
Die Erfahrungen mit vielen Impfstoffen über viele Jahre haben gezeigt, dass die meisten schädlichen Auswirkungen einer Impfung bereits kurze Zeit nach der Impfung auftreten. Aber es gibt auch Ausnahmen." (3)
Wenn dies sogar das RKI schreibt, steht es niemand zu, einen Sportler der öffentlich ähnliche, vielleicht schlecht oder missverständlich formulierte Gedanken äußert, herab zu würdigen.

Die Meinung eines ausgewiesenen, sehr bekannten Fachmanns, Christian Drosten ist natürlich pro Impfung. Laut Drosten gehe es nicht nur darum, was der Einzelne von der Impfung oder anderen Schutzmaßnahmen habe, sondern auch um die Folgen für andere Menschen. "Es geht auch darum, einen Beitrag zu einem gesellschaftsweiten Schutz zu leisten. Ohne flächendeckende Impfung kann nur die Reduktion von Kontakten verhindern, dass zu viele schwere Infektionen gleichzeitig auftreten und das Gesundheitssystem überlastet wird." (4).
In anderen Veröffentlichungen hatte Drosten darauf hingewiesen, dass seiner Meinung nach Jede*r über kurz oder lang mit dem Virus Kontakt haben werde. Dann unterscheide unter anderem der Impfstatus über die Schwere des Verlaufs.

Leider wird an vielen Stellen ungerechtfertigterweise polarisiert. Kritik am Umgang mit dem Thema Impfen wird schnell mal diffamiert, dabei wäre ein kritischer Umgang so wichtig. Es stellen sich anhand der Fakten wichtige Fragen: Wenn klar ist, dass auch Geimpfte zum Pandemiegeschehen beitragen, ist es dann sinnvoll Geimpften so weitreichende Sonderrechte einzuräumen, wie aktuell (Nov. 2021), obwohl die Berichte von besorgten Intensivmediziner*innen sich häufen? Wenn klar ist, das die Impfwirkung nach wenigen Monaten deutlich nachlässt, muss man dann nicht etwas zum Schutz der vermeintlich Geschützten unternehmen? Ist es nicht viel gefährlicher Menschen, die sich selbst geschützt und ungefährlich für andere glauben, in falscher Sicherheit zu wiegen, nur um einen druck zum Impfen aufrecht zu erhalten.
"Werden lernen müssen, das Virus in unseren Alltag zu integrieren“, hatte der viel gescholtene Bonner Virologe Streeck bereits im August 2020 gesagt (5) - und leider damit wohl recht behalten. Das wird in bedeuten, dass wir Stategien entwickeln, was wir in den kritischen Zeiten tun können - SARS-CoV2 ist, wie alle Coronaviren ganz offensichtlich ein saisonales Virus - es wird in unseren Breiten also im Herbst/Winter immer zu Krisen kommen. Wir werden uns auf dauerhafte, jährliche Impfungen einstellen müssen (die Pharmaindustrie darf sich auf dauerhafte Umsatzsteigerungen freuen), aber wir sollten auch weitere Ideen entwickeln und endlich etwas für die sogenannte Volksgesundheit tun (das würde dann die Pharmaindustrie wegen zu erwartender, dauerhafter Umsatzrückgänge eher ärgern), aber darüber ist auf anderen Seiten bei uns zu lesen.

Conclusio: Ich persönlich bin geimpft und ich halte es für wünschenswert, dass sich möglichst viele Erwachsene impfen lassen. Ich bin der Meinung damit mein Risiko, eine schwer verlaufenden COVID-19-Erkrankung zu erleiden, gemindert zu haben. Ich hatte daneben noch weitere Gründe, wie die leichtere Ein- und Ausreise zu oder von meinem sommerlichen Arbeitsort in Frankreich sowie weniger Unannehmlichkeiten bei Besuchen von Veranstaltungen, von Cafés oder Restaurants. Daneben habe ich für mich das Gefühl, auch für andere Verantwortung übernehmen zu wollen, gespürt und dem nachgegeben.
Aber ich halte es in Zeiten hoher Auslastungen unseres Gesundheitssystems für riskant, dass man das Testen einstellt, dennoch gefüllte Clubs, Festsäle und Stadien zulässt und dann nur die Verantwortung bei den Menschen sucht, die sich als welchen Gründen auch immer nicht impfen lassen wollen.
Und ich setze mich ausdrücklich dafür ein, dass es keine Impfpflicht gibt und dass es reine Privatsache ist, wie die individuelle Entscheidung ausfällt. Nach dem Ausgang dieser Entscheidung hat niemand in aller Öffentlichkeit zu fragen oder falls doch, braucht niemand öffentlich zu antworten. Und wenn er oder sie es doch tut, dann hat darüber niemand ein Urteil zu fällen. Ob es gerecht ist, dass alle Zuschauer auf Tribünen in Fußballstadien geimpft oder genesen sein müssen, während unten Sportler herumrennen, für die das nicht zu gelten scheint, ist ein andere Sache.

 

(1): health-tv - Drosten: Auffrischungsimpfung für die meisten unnötig (abgerufen am 16.11.2021)
(2): ntv - Drosten sieht Boostern als Weg (aufgerufen am 16.11.2021)
(3): RKI - Impfbuch für alle (PDF aufgerufen am 16.11.2021
(4): ntv - Medienschelte vom Virologen (aufgerufen am 16.11.2021)
(5): rp online - Bonner Virologe Streeck (aufgerufen am 16.11.2021)

 

Verantwortlich für den Inhalt: Bernd Dörr (Kontakt: Rückmeldungen - Kritik)

 

 

 

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